Aktuelles der saarländischen Landtagsfraktion DIE LINKE.

 

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Pressemitteilungen

Astrid Schramm und Dennis Lander: Hartz-IV-Beziehende brauchen kostenfreie FFP2-Masken oder alternativ Mehrbedarfs-Zuschlag - Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag fordert in der Corona-Pandemie regelmäßig kostenlose FFP-2-Masken für Hartz-IV-Beziehende und Geringverdienende oder alternativ 129 Euro im Monat für den Mehrbedarf, wie es auch das Sozialgericht Karlsruhe im Februar entschieden hatte. "Der Staat kann nicht einerseits das Tragen von teuren... - mehrOskar Lafontaine: Corona-Beschlüsse widersprüchlich und unbrauchbar, wirtschaftliche Existenzen werden weiter vernichtet - Oskar Lafontaine: „Das Ergebnis der Beratung der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten ist widersprüchlich und unbrauchbar. Der Lockdown wird verlängert, auch weil zu wenig Schnelltests verfügbar sind. Obwohl sich mittlerweile in ganz Europa herumgesprochen hat, dass derjenige, der viel testet, eine hohe Inzidenz hat, und derjenige, der wenig... - mehrBarbara Spaniol: Streit in CDU-SPD-Koalition über Schulöffnungen dauert an – Regierung muss dringend Öffnungsplan beschließen und vorlegen - „Es hat sich heute bestätigt: Der Streit zwischen CDU und SPD über die Schulöffnungen dauert an. In der Landesregierung herrscht große Uneinigkeit über den Zeitpunkt und die betroffenen Klassenstufen. Dieses Trauerspiel führt zu großer Verunsicherung der Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und muss schnellstens beendet... - mehr
Astrid Schramm: Gesundheit ist keine Ware – Krankenhausinsolvenzen verhindern - Zur Warnung der Saarländischen Krankenhausgesellschaft, dass die Kliniken wegen der Corona-Pandemie weiterhin starke Einnahme-Ausfälle verkraften müssen, die Ausgleichszahlungen des Bundes nur einen Teil davon decken und auch nicht an alle gezahlt werden und daher Insolvenzen drohen, erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion... - mehrJochen Flackus: „Die deutsch-französische Freundschaft kann nicht immer nur in Feierstunden beschworen werden, sondern muss ganz praktisch an der Grenze gelebt werden.“ - Nachdem die Bundesregierung die Regeln für eine Einreise nach Deutschland aus dem Departement Moselle verschärft hat, erklärt Jochen Flackus, der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Saarländischen Landtag: „Es ist bedauerlich, dass es der saarländischen Landesregierung nicht gelungen ist, diese erneute Verstimmung gegenüber... - mehrOskar Lafontaine: Deutsch-französische Freundschaft nicht weiter beschädigen - „Die deutsch-französische Freundschaft ist für die Zusammenarbeit in Europa unverzichtbar. Sie darf nicht weiter beschädigt werden.“ Mit diesen Worten kommentiert Oskar Lafontaine die Verschärfung der Einreiseregeln aus dem Departement Moselle an der deutsch-französischen Grenze. „Wenn der Präsident der Region Grand-Est, Rottner, von einer... - mehr
Dennis Lander: Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaften stärken - Landesregierung sollte Widerstand gegen die Pläne der Bundesjustizministerin aufgeben - Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag fordert die Landesregierung auf, ihren Widerstand gegen Pläne des Bundesjustizministeriums aufzugeben, die eine Stärkung der Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaften und eine Einschränkung des Weisungsrechts von Justizministerien gegenüber Staatsanwaltschaften vorsehen. Der Europäische Gerichtshof hatte... - mehrBarbara Spaniol: CDU und SPD müssen Streit über Schulstart auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler beenden - Linksfraktion beantragt Sondersitzung des Bildungsausschusses - Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag fordert die Regierungsparteien CDU und SPD auf, ihren Streit über die weiteren Schulöffnungen auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler, ihrer Familien und der Lehrerinnen und Lehrer umgehend zu beenden. "Es ist beschämend, wenn die eine Seite erklärt, die Regierung habe sich auf Wechselunterricht... - mehrBarbara Spaniol: Start des Wechselunterrichts an weiterführenden Schulen richtig - Gesundheitsschutz muss Priorität haben - konkretes Testkonzept fehlt - Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag begrüßt grundsätzlich den Wechselunterricht an weiterführenden Schulen ab 8. März. Bis zum Start müssten allerdings noch viele offene Fragen geklärt werden. Barbara Spaniol, die bildungspolitische Sprecherin, erklärt: „Es fehlt ein konkretes Konzept, wer wann in welchen zeitlichen Abständen testen wird.... - mehr
Oskar Lafontaine: Öffnungsentscheidung muss jetzt getroffen werden – Infrastruktur für kostenlose Schnelltests aufbauen - Oskar Lafontaine begrüßt es, dass Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger Lockerungen für Handel und Dienstleister ab 1. März für möglich hält. „Zu Recht weist die Ministerin darauf hin, dass sich die Regierung in Rheinland-Pfalz bereits auf erste Öffnungspläne verständigt hat. Wir könnten im Saarland auch so weit sein, wenn CDU und SPD in der... - mehrJochen Flackus: Verkehrsentwicklungsplan ist kraftlos, wenig innovativ und nicht ausfinanziert – die Schlüsselfrage bleibt unbeantwortet - Nichts grundsätzlich Neues, halbherzig, wenig innovativ und nicht ausfinanziert – mit diesen Worten reagiert Jochen Flackus, der wirtschafts- und verkehrspolitische Sprecher der Linksfraktion im Saarländischen Landtag auf den Entwurf des Verkehrsentwicklungsplans. „Mit viel Trara hat Verkehrsministerin Anke Rehlinger im Dezember 2019 ihr ‚Konzept‘... - mehrAstrid Schramm: In der Corona-Krise ist das Gesundheitsministerium das wichtigste Ressort und darf nicht länger derart inkompetent geführt werden - Ministerpräsident Hans ist jetzt gefordert - Nachdem Gesundheitsministerin Monika Bachmann heute auf Antrag der Linksfraktion im Gesundheitsausschuss Stellung genommen hat zu den Organisationspannen im Gesundheitsministerium, die dazu führten, dass Ärzte und ihre Mitarbeiter von einem Sonder-Impftermin für medizinisches Personal nichts wussten, sowie zu ihrer anschließenden Beschimpfung von... - mehr
Oskar Lafontaine: Kein endloser Lockdown – Plan B: Testen statt Lockdown - Nach der Erklärung des Robert Koch-Instituts, nach der die Sieben-Tage-Inzidenz nur noch minimal sinke und in einigen Regionen sogar wieder ansteige, weil sich die Virus-Mutanten ausbreiten, werden wieder Stimmen laut, den Lockdown noch weiter als bereits geplant zu verlängern. Einzelne Bundesländer haben das bereits angekündigt. Oskar Lafontaine... - mehrBarbara Spaniol: Öffnung der Grundschulen ab Montag ist richtig - Landesregierung muss aber Konzept für Schulunterricht in den kommenden Monaten vorlegen und mehr für den Schutz der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte tun - Mit Blick auf den am Montag startenden Wechsel-Unterricht an den Grundschulen im Saarland fordert die Linksfraktion die Landesregierung auf, bessere Voraussetzungen zu schaffen und ein klares Konzept für die nächsten Monate an allen Schulen im Land vorzulegen. „Die Kinder und Jugendlichen brauchen ebenso wie ihre Eltern und die Lehrkräfte... - mehrJochen Flackus: Gesundheitsministerin Bachmann muss sich entschuldigen – Linksfraktion beantragt Sondersitzung des Gesundheitsausschusses - Als peinlich bezeichnet Jochen Flackus, parlamentarischer Geschäftsführer der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, die Organisationspannen im Gesundheitsministerium, die dazu führten, dass Ärzte und ihre Mitarbeiter von einem Sonder-Impftermin für medizinisches Personal nichts wussten, dafür andere angeschrieben wurden, die längst geimpft... - mehr
Oskar Lafontaine: Testen statt Lockdown – Kostenlose Corona-Tests für Plan B, die Öffnung von Handel, Gastronomie und Kultureinrichtungen, nutzen - Nach der Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, ab März für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlose Corona-Schnelltests anzubieten, fordert Oskar Lafontaine die saarländische Landesregierung auf, die dafür notwendigen organisatorischen Voraussetzungen sofort in Angriff zu nehmen. „Die kostenlosen Tests sind die Chance, Handel,... - mehrJochen Flackus: Wieder-Einsetzung des Homburger HNO-Chefarztes bleibt ein Fehler - <xml></xml>In der gestrigen Landtagssitzung hat Ministerpräsident Tobias Hans die Entscheidung, die vorläufige Suspendierung aufzuheben und den Leiter der HNO-Klinik am Homburger Uniklinikum wieder in sein Amt einzusetzen, mit rechtlichen Erwägungen gerechtfertigt. Er sah die „konkrete Gefahr“, dass ein Verwaltungsgericht das... - mehrAstrid Schramm: Personalnot auf Intensivstationen ist Folge einer verfehlten Gesundheitspolitik - Pflegekräfte brauchen mehr Wertschätzung, mehr Zeit, mehr Geld - „Dass weder das Sozialministerium, das für die Krankenhausplanung verantwortlich ist, noch die Saarländische Krankenhausgesellschaft sagen können, wie viele Intensivpfleger eigentlich fehlen und gleichzeitig bekannt ist, dass die Krankenhäuser mehr Intensivbetten melden, als mit ihrem Personal betrieben werden können, zeigt, wie groß das Problem... - mehr
Astrid Schramm: Gut, dass eine Härtefallkommission für Corona-Impfungen eingerichtet wird - aber die politische Besetzung ist fragwürdig - Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag begrüßt es, dass die Landesregierung eine Härtefallkommission für Corona-Impfungen einrichtet. Auch die Besetzung mit dem Präsidenten der Ärztekammer und einem weiteren Vertreter mit medizinischer Kompetenz sei gut. „Warum aber CDU und SPD in diese wichtige Kommission auch noch jeweils einen ihrer... - mehrBarbara Spaniol: Mediengesetz verfassungswidrig? Linksfraktion stellt Antrag für Überprüfung durch das Verfassungsgericht - Nach der Kritik führender Medienrechtler am saarländischen Mediengesetz im Zusammenhang mit dem Besetzungsverfahren bei der Landesmedienanstalt wird die Linksfraktion am Montag einen Antrag in den Landtag einbringen, der vorsieht, dass das saarländische Verfassungsgericht die entsprechenden Gesetzespassagen überprüft. Barbara Spaniol, die... - mehr

Oskar Lafontaine: Corona-Beschlüsse widersprüchlich und unbrauchbar, wirtschaftliche Existenzen werden weiter vernichtet

Oskar Lafontaine

Oskar Lafontaine: „Das Ergebnis der Beratung der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten ist widersprüchlich und unbrauchbar. Der Lockdown wird verlängert, auch weil zu wenig Schnelltests verfügbar sind. Obwohl sich mittlerweile in ganz Europa herumgesprochen hat, dass derjenige, der viel testet, eine hohe Inzidenz hat, und derjenige, der wenig testet, eine geringe Inzidenz, will Deutschland die Pandemie nach wie vor nach dem Inzidenzwert steuern. Die Festlegung von Inzidenzwerten von 35, 50 und 100, bei deren Unterschreitung einiges geöffnet werden kann und bei deren Überschreitung wieder geschlossen werden muss, ist vor dem Hintergrund der Entscheidung, in Zukunft mehr zu testen, einfach nicht mehr nachvollziehbar. Man kann nur noch den Kopf über diese Inkonsequenz und Inkompetenz schütteln. Nach der gestrigen Entscheidung in Berlin müsste in Österreich vieles wieder geschlossen werden Aber obwohl durch den deutlichen Anstieg der Tests die Inzidenz dort innerhalb von drei Wochen von 104 auf 161 stieg, bleiben Einzelhandel und Friseure weiter auf und körpernahe Dienstleistungen können bei der Vorlage eines entsprechenden negativen Tests weiter in Anspruch genommen werden. Und trotz der Inzidenz von 161 werden den Österreichern weitere Öffnungsmaßnahmen in Aussicht gestellt. Auch bei der gestrigen Entscheidung ist die vom Grundgesetz verlangte Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt. Nach vier Monaten Lockdown verlieren immer mehr Menschen ihre wirtschaftliche Existenz und die psychischen und sozialen Schäden, deren längerfristige Wirkung noch nicht abzusehen ist, nehmen weiter zu."

Astrid Schramm: Gesundheit ist keine Ware – Krankenhausinsolvenzen verhindern

Astrid Schramm

Zur Warnung der Saarländischen Krankenhausgesellschaft, dass die Kliniken wegen der Corona-Pandemie weiterhin starke Einnahme-Ausfälle verkraften müssen, die Ausgleichszahlungen des Bundes nur einen Teil davon decken und auch nicht an alle gezahlt werden und daher Insolvenzen drohen, erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag Astrid Schramm: „Diese Entwicklung ist besorgniserregend und muss für die politisch Verantwortlichen im Land und im Bund ein Weckruf sein. Es rächt sich, dass das Gesundheitswesen auf betriebswirtschaftliche Grundsätze ausgerichtet worden ist, Gesundheit ist keine Ware, sondern eine wichtige öffentliche Aufgabe. Bis 1985 durften Krankenhäuser gar keinen Gewinn machen. In den letzten Jahren haben CDU und SPD in den Kommunen dann öffentliche Krankenhäuser verkauft. Kliniken wie in Wadern, Losheim und Illingen werden geschlossen, weil sie nicht mehr rentabel sind. So kann es nicht weitergehen. Wir brauchen einen grundsätzlichen Kurswechsel. Dazu gehört auch, das derzeitige Vergütungssystem (Fallpauschalen, DRG), das Krankenhäuser immer mehr in einen wirtschaftlichen Wettbewerb zwingt, abzuschaffen und durch eine gemeinwohlorientierte, kostendeckende Finanzierung zu ersetzen. Das ist finanzierbar mit einer Solidarischen Gesundheitsversicherung, in die jeder einzahlt.“

Jochen Flackus: „Die deutsch-französische Freundschaft kann nicht immer nur in Feierstunden beschworen werden, sondern muss ganz praktisch an der Grenze gelebt werden.“

Nachdem die Bundesregierung die Regeln für eine Einreise nach Deutschland aus dem Departement Moselle verschärft hat, erklärt Jochen Flackus, der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Saarländischen Landtag: „Es ist bedauerlich, dass es der saarländischen Landesregierung nicht gelungen ist, diese erneute Verstimmung gegenüber unseren französischen Freunden zu verhindern. Der Ministerpräsident hatte zwar mehrmals erklärt, dass wichtige Entscheidungen gemeinsam mit den Nachbarn getroffen werden müssen, bedauerlicherweise hat er auf Bundesebene aber kein Gehör gefunden. Der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, kritisiert die Verschärfung zu Recht als ‚unilateral‘ und ‚brutal‘. Die Rolle der drei saarländischen Bundesminister ist dabei wieder einmal mehr als kläglich. Der mit zuständige Außenminister Heiko Maas, der sich letztes Jahr noch öffentlichkeitswirksam mit den luxemburgischen Partnern an einem Grenzübergang getroffen hatte, entschuldigt sich jetzt, er habe den Maßnahmen nur unter der Bedingung zugestimmt, dass es keine Grenzkontrollen gebe. Aber für die vielen Berufspendler bedeutet diese Verschärfung eine wesentliche Verschlechterung. Die frühere Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ist ganz auf Tauchstation gegangen. Und Wirtschaftsminister Peter Altmaier bekommt nicht einmal die Finanzierung seines Härtefallfonds zustande, geschweige denn, dass er sich für offene Grenzen und ein gutes Miteinander in der Großregion einsetzen würde. Die deutsch-französische Freundschaft aber kann nicht immer nur in Feierstunden beschworen werden, sondern muss ganz praktisch an der Grenze gelebt werden.“

Oskar Lafontaine: Öffnungsentscheidung muss jetzt getroffen werden – Infrastruktur für kostenlose Schnelltests aufbauen

Oskar Lafontaine

Oskar Lafontaine begrüßt es, dass Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger Lockerungen für Handel und Dienstleister ab 1. März für möglich hält. „Zu Recht weist die Ministerin darauf hin, dass sich die Regierung in Rheinland-Pfalz bereits auf erste Öffnungspläne verständigt hat. Wir könnten im Saarland auch so weit sein, wenn CDU und SPD in der letzten Landtagssitzung am 15. Februar dem entsprechenden Antrag der Linksfraktion zugestimmt hätten, dabei wäre es ein Leichtes gewesen, ihre teilweise abweichenden Vorstellungen zu berücksichtigen. Wichtig ist jetzt, dass die Infrastruktur für kostenfreie Schnelltests aufgebaut wird, weil Tests die Chance bieten, unabhängig von ‚Inzidenzwerten‘ Handel, Gastronomie und Kulturbetriebe wieder in Gang zu setzen. Da nicht zu erwarten ist, dass alle Bereiche auf Knopfdruck ihre Arbeit wieder aufnehmen können, muss jetzt die Öffnungsentscheidung getroffen werden, damit die Betroffenen die vorbereitenden Maßnahmen in Angriff nehmen können.“

Dennis Lander: Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaften stärken - Landesregierung sollte Widerstand gegen die Pläne der Bundesjustizministerin aufgeben

Dennis Lander

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag fordert die Landesregierung auf, ihren Widerstand gegen Pläne des Bundesjustizministeriums aufzugeben, die eine Stärkung der Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaften und eine Einschränkung des Weisungsrechts von Justizministerien gegenüber Staatsanwaltschaften vorsehen. Der Europäische Gerichtshof hatte 2019 entschieden, dass deutsche Staatsanwaltschaften keine Europäischen Haftbefehle ausstellen dürfen, weil sie im Einzelfall dem Weisungsrecht der Justizministerien unterliegen und daher nicht als unabhängige Justizbehörden im Sinne des EU-Rahmenbeschlusses zum Haftbefehl angesehen werden. "Der Gesetzentwurf geht zwar längst nicht weit genug, ist aber ein wichtiger erster Schritt. Wir brauchen eine Selbstverwaltung der Justiz und ein Ende politischer Einflussnahme", fordert der rechtspolitische Sprecher Dennis Lander. "Dass die Justiz durch Organe verwaltet werden soll, die von Exekutive und Legislative unabhängig sind, ist auch in der EU weitgehend Standard. In Deutschland dagegen liegt zwar die Verwaltung der Parlamente in den Händen der Parlamentspräsident*innen, die der Exekutive bei den Regierungschef*innen, nur der Judikative steht die Exekutive vor. Das hat ganz konkrete Auswirkungen etwa bei Einstellungen und Beförderungen, wo die Parteizugehörigkeit der Kandidat*innen unter Umständen eine entscheidende Rolle spielen kann, oder beim Budget. Zur Gewaltenteilung passt es aber nicht, wenn die Exekutive bestimmt, wem in der Judikative die Rechtsprechung übertragen wird, wer dort Karriere macht, wie viel Personal es gibt und wie die Ausstattung aussieht. Die Linksfraktion hat im Bundestag daher schon vor acht Jahren einen Antrag zur Herstellung der institutionellen Unabhängigkeit der Justiz eingebracht, der aber leider keine Mehrheit gefunden hat. Auch der Deutsche Richterbund fordert zu Recht die Landesregierung auf, ihren Widerstand gegen das Gesetzesvorhaben der Bundesjustizministerin aufzugeben und sich darüber hinaus für eine vollständige Abschaffung des Einzelfallweisungsrechts einzusetzen. Die erforderliche parlamentarische Kontrolle der Staatsanwaltschaften kann auch und besser gewährleistet werden, wenn ein Justizministerium notfalls gerichtlich gegen eine Einstellung eines Ermittlungsverfahrens einschreiten kann, statt die Staatsanwaltschaft anzuweisen."

  Pressemitteilungen der Linksfraktion im Landtag
 

 

 

 
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